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Rayman Raving Rabbids

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Typisch Modenschau - mehr schön als praktisch
Rayman stößt im Laufe des Abenteuers nämlich auf eigenartige Kleidungsstücke. Die verpassen ihm nicht nur einen neuen  Look, sondern auch skurrile Fähigkeiten. An bestimmten Stellen des Spiels wird euer mobiler Kleiderschrank zum Beispiel um ein fettes Gangster-Gewand erweitert. Mit Sonnenbrille und ein paar Klunkern ausgestattet, vollführt Rappin' Rayman dann donnernde Stampfsprünge. So lasst ihr Hindernisse einfach im Boden verschwinden. Keinesfalls rüpelhaft kommt man da schon im Großmutter-Kostüm daher. In dieser Gestalt könnt ihr Hasen mit Möhren anlocken und Sicherheitssperren passieren. Bei sechs verschiedenen Formen, die Rayman somit annehmen kann, sind selbst die Endgegner keine Bedrohung mehr. Presst zum Beispiel einen der weißen Riesen mit der Schallwelle eurer Rocker-Gitarre gegen eine dornige Wand.

Leider haben die Klamotten ein paar offene Nähte. Die Level-Stellen, an denen ihr per optischen Signalen zum Einsatz der Accessoires gezwungen werdet, machen sich teilweise sehr rar. Außerdem wirkt die ganze Modenschau etwas aufgesetzt - wahrscheinlich, um Parallelen mit den Ablegern auf Wii und DS zu haben. Die selbe Vermutung kann man bei dem einzigen Minispiel aufstellen, das wahrscheinlich etwas Erholung vom Hüpfen und Rennen versprechen soll. Zwar manövriert Rayman hier den Gleiter in jeder Welt immer durch einen anderen Kurs mit anderen Schikanen, dennoch avanciert die etwas rasantere Art des Kugeln-Einsammelns durch den niedrigen Schwierigkeitsgrad zu einer Kaffeefahrt. Somit fehlt es dem Spiel an bombigen Neuerungen.
Die Technik als Gameplay-Pflaster
Auch die technische Präsentation protzt nicht mit noch nie auf dem GBA dagewesenen Effekten. Von herkömmlicher Verkostung kann aber auch nicht die Rede sein. Typisch für die meisten Rayman-Episoden wurde hier wieder mit viel Liebe zum Detail gearbeitet. Die Animationen der Charaktere und Figuren, das Level-Design und die effektreichen Moves sind eine Wucht für 2D-Maßstäbe. Die witzigen Charakter-Modelle und die vielen verschiedenen Rabbids sind Anzeichen dafür, dass die Stimmung der Wii-Version gut auf den großen Bruder unter den Mobil-Konsolen portiert wurde. Auch beim akustischen Teil gibt's nichts zu meckern. Recht aufwändig komponierte Songs unterlegen dudelnd eure Ausflüge in die Welten. Aber auch die Soundeffekt-Kiste ist reichlich gefüllt. Besonders die Laute und Schreie der verrückten Vertilger von Grünzeug lassen stets ein Schmunzeln aufkommen.

FAZIT
Rayman auf bekanntem Niveau. Das kann man nach dem Spielen seines wahrscheinlich letzten GBA-Auftritts sagen. Gewohnt herrliches Level-Design paart sich hier mit fast harmonischem Gameplay - fast. Die Idee nämlich, Rayman mit maßgeschneiderter Mode auf dem Game Boy Advance über den Catwalk huschen zu lassen, wurde etwas oberflächlich integriert. Auch wenn das Klamotten-Prinzip ein paar Gameplay-Aspekte mehr zulässt, findet es keine durchgehend zentrale Bedeutung - genausowenig auch das etwas unspektakuläre Mini-Race-Game.
Alte Hasen, die auch über die doch etwas enttäuschende Innovations-Armut hinwegsehen können, werden sich daran aber wenig stören. Das Fundament bleibt trotz allem nämlich ein überdurchschnittlicher, wenn auch kurzer Jump'n'Run Ausflug in Raymans Welt.
 
Daher für Einzelspieler gut bis sehr gut.
 Autor:
Thomas Becker
Testbericht
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