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Kingdom Hearts – Chain of Memories

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Zu was man die Karten noch nutzen kann
Wenn ihr euch nicht gerade in einem Kampf tummelt, findet ihr euch auf der individuell gestaltbaren Oberwelt wieder. Im Groben besteht diese aus einer Vernetzung von einzelnen Räumen, deren Funktion ihr vor dem Betreten festlegt. Denn um die Türen zu öffnen, die die Räume miteinander verbinden, bedarf es die Hilfe einer Karte. Je nachdem, was die Karte zeigt, verändert sich das hinter der Tür liegende Zimmer. Eine Speicherkarte, generiert beispielsweise einen Speicherraum, eine Heilkarte einen Raum, in dem ihr euch heilen könnt, usw.
Eigentlich klingt dies ja nach einer recht netten Idee, aber letzten Endes kann sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Level sich allesamt sehr ähneln und gerade durch diese freie Gestaltungsmöglichkeit, ist eine komplexe Levelstruktur unmöglich.

Grafik und Sound auf allerhöchstem Niveau
Nach einer bombastischen FMV Introsequenz, die an den PS2 Ableger erinnert, geht es in einer isometrischen 2½ D-Grafik weiter, die an Detailreichtum kaum zu überbieten ist.
Egal ob ihr euch in der Unterwasserwelt von Arielle oder auf dem Piratenschiff von Captain Hook bewegt, jede Welt hat ein für sie charakteristisches Aussehen und besticht durch viele kleine Details. So fließt aus Fässern, die ihr kaputtschlagt Wasser heraus oder das Glas der Straßenbeleuchtung zerbricht, wenn ihr mit eurem Schlüsselschwert dagegen hämmert.
Die Musikuntermalung unterstreicht das Ganze durch Instrumentalversionen klassischer Disney Songs oder mal mehr, mal weniger gelungenen Eigenkompositionen.
Um dem aber noch die Krone aufzusetzen, gibt es während den Kämpfen noch das ein oder andere Sprachsample von Sora zu hören.

FAZIT
„Kingdom Hearts: Chain of Memories“ muss sich keinesfalls hinter den PS2 Ablegern verstecken. Durch das innovative Kartensystem besticht das Spiel durch ein ganz eigenes Flair, allerdings ohne sich dabei zu sehr vom Original zu entfernen. Kingdom Hearts Fans kommen auf jeden Fall voll auf ihre Kosten. Zwar fällt einem nach längerem Spielen der eintönige Levelaufbau störend auf, dies ist aber durchaus ein Manko, das aufgrund des positiv überwiegenden Gesamteindrucks, zu verkraften ist.
Lob verdient auch der Mehrspielermodus, in dem 2 Spieler gegeneinander antreten können. Dies bietet euch einen zusätzlichen Reiz, Kingdom Hearts immer wieder in den Modulschacht eures GBAs wandern zu lassen. Wem das noch immer nicht genügt, dem sei gesagt, dass nach dem ersten Durchspielen eine kleine Überraschung auf den Spieler wartet, welche die Langzeitmotivation noch einmal enorm steigert.
Abschließend gilt nur noch eines zu sagen: Wer diese Software Perle an sich vorbeiziehen lässt, ist selbst schuld. Selten bekommt man auf Nintendos Kleinstem von einem Dritthersteller ein solch ausgereiftes Produkt angeboten.
 
Daher für Einzelspieler herausragend.
 Autor:
Matthias Hellenthal
Testbericht
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Leserwertung:
8.3